Bessere Chancen durch Früherkennung

Schizophrenie entwickelt sich in der Regel schleichend, d.h. über mehrere Jahre treten nach und nach Veränderungen in der psychischen Befindlichkeit, im Sozialverhalten und bei Denk- und Wahrnehmungsprozessen auf, lange bevor die Erkrankung sich in einer ersten psychotischen Episode äußert. Kennzeichnend für diese Phase ist,

  • dass Gedanken durcheinander geraten,
  • dass der logische Gedankenfluss durch Nebensächliches gestört wird,
  • dass eine gedrückte Stimmung vorherrscht,
  • dass Schlafstörungen auftreten und
  • dass Angst zum dominierenden Gefühl wird.

Die Wahrnehmung der Umwelt verändert sich sukzessive, oft kommt es zu einem zunehmenden sozialen Rückzugsverhalten.Wie bei anderen Krankheiten gilt auch bei der Schizophrenie, dass die Chance den Verlauf günstig zu beeinflussen größer ist, je früher man erkennt, dass sich diese psychiatrische Störung entwickelt, und je früher man dann auch geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen kann.Da Schizophrenie nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist, bedarf es erfahrener Spezialisten, die schon in einem frühen Stadium Hinweise auf eine spätere Erkrankung erkennen und das Risiko für einen tatsächlichen Übergang einschätzen können. Solche Spezialisten findet man vor allem in so genannten Früherkennungszentren. (Die Adressen finden Sie hier)

Das Kompetenznetz Schizophrenie arbeitet zusammen mit anderen Forschern weltweit intensiv daran, diejenigen Frühsymptome sicher zu identifizieren, die es erlauben, in Kombination mit Befunden aus genetischen Untersuchungen und Aufnahmen der Hirnfunktion sowie individuellen Belastungsfaktoren, wie z.B. Geburtskomplikationen in der Anamnese, ein aussagekräftiges Risikoprofil zu erstellen und eine Vorhersage zu treffen. Dabei scheint es sinnvoll, zwischen Psychose nahen und Psychose fernen Symptomen zu unterscheiden. Darüberhinaus wird der im besten Fall präventive Effekt von möglichen psychotherapeutischen oder medikamentösen Interventionen systematisch erforscht.Erste Ergebnisse zeigen, dass es gelingen kann, durch eine kognitive Verhaltenstherapie und ggf. antipsychotisch wirksame Medikamente das Auftreten von psychotischen Symptomen und damit das Erleben einer ersten schizophrenen Episode zu verzögern und unter Umständen zu verhindern. Weitere Studien sind nötig, um den langfristigen Effekt zu untersuchen.

  

 

 

 

 

 

 

 Entstehung und Verlauf der Schizophrenie