Schizophrenie - noch immer eine stigmatisierende Diagnose

An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass Schizophrenie ist diejenige psychiatrische Erkrankung, die im Allgemeinen mit „verrückt“ gleichgesetzt, und mit Attributen wie „gefährlich“, „unberechenbar“ oder „geistig behindert“ belegt wird. 

Diese weit verbreiteten falschen Vorurteile sowie die negativen Erfahrungen des „Ausgegrenzt-Werdens“ auf Grund einer schizophrenen Erkrankung führen dazu, dass die Betroffenen sich lange Zeit niemanden anvertrauen und nicht oder viel zu spät Hilfe suchen. Letzteres auch deshalb, weil gegenüber einer Therapie beim Psychiater unbegründete Ängste in der Bevölkerung weit verbreitet sind.

Das Stigma, als vermeintlich verrückt abgestempelt zu sein, und die daraus resultierende Angst vor Diskriminierung behindern zudem die soziale Reintegration von Menschen, die eine schizophrene Episode erlebt haben. Sowohl das verzögerte Hilfesuchverhalten im Vorfeld der Erkrankung wie das Erleben von sozialer Distanzierung nach einem akuten Krankheitsschub beeinflussen den Krankheitsverlauf negativ, weshalb Stigma auch als zweite Krankheit bezeichnet wird.

Es gibt eine Reihe von nationalen und internationalen Initiativen, die sich der Destigmatisierung psychischer Erkrankungen, allen voran der Schizophrenie, verschrieben haben, und durch breite Öffentlichkeitsaufklärung und Zielgruppen spezifische Aktionen versuchen, das Bild der Schizophrenie zurecht zu rücken. Das Kompetenznetz Schizophrenie ist hierbei stark engagiert und zum Teil federführend. Letztlich können aber nur Betroffene selbst in der Begegnung die falschen Vorstellungen korrigieren. Denn der direkte Kontakt hat nachweislich den deutlichsten Effekt im Hinblick auf den Abbau von Vorurteilen und die Verringerung der sozialen Distanz.