Initiiert von der Sucht- und Psychiatriekoordination des Gesundheitsamtes, des Düsseldorfer Bündnisses gegen Depression, des Kompetenznetzes Schizophrenie und der Volkshochschule und realisiert durch eine enge Kooperation der relevanten Anbieter/Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung fand in der Zeit vom 17. bis 20. 2.2010 in den Räumen der Volkshochschule eine Aktionswoche zur Destigmatisierung psychischer Erkrankungen und der Psychiatrie statt. Kernstück der Aktionswoche war eine Erlebnisausstellung, die einen sinnlichen Zugang zu Symptomen und Phänomen der Depression und Schizophrenie erlaubt.
Psychische Erkrankungen sind immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft. Menschen mit psychischen Erkrankungen erfahren Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung und Diskriminierung. Stigmatisierung wird auch als zweite Krankheit“ bezeichnet. Sie kann nicht nur die Gesundung behindern, sondern verhindern häufig auch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung. Ursachen für das Stigma psychischer Erkrankungen sind mangelnde Kenntnisse über Erkrankungsbilder und Behandlungsmöglichkeiten, ein veraltetes Bild der psychiatrischen Behandlungsinstitutionen sowie z.T. die Darstellung psychisch Kranker in den Medien.
Die Destigmatisierung psychisch Kranker und der Psychiatrie entspricht einem wichtigen Ziel des Kompetenznetzes Schizophrenie. Stigmaforschung – auch hinsichtlich evidenzbasierter Strategien zur Bekämpfung der Stigmatisierung – ein wesentliches Thema der Arbeit des Kompetenznetzes Schizophrenie. Auch indem im August 2006 veröffentlichten Gesundheitsbericht der Stadt Düsseldorf „Psychische Störungen – Verbreitung und Versorgung“ wurde das Problem thematisiert und auch Handlungsempfehlungen formuliert. Vor dem Hintergrund dieses gemeinsamen Anliegens wurde die Aktionswoche „GRENZen erLEBEN“ initiiert, deren Kernstück die, vom sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas in Traunstein entwickelte und 2008 mit dem Antistigma-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ausgezeichnete, Erlebnisausstellung gleichen Namens.
Das Angebot zum Ausstellungsbesuch, die Information und Aufklärung mittels eines umfangreichen Vortragsprogramms sowie die themenspezifischen kulturellen Angeboten und am 20.2. einem Markt der Möglichkeiten stießen auf großes Interesse bei der allgemeinen Bevölkerung wie auch bei Betroffenen. So nutzten u.a. Eltern psychisch erkrankter Kinder die Möglichkeit, deren Krankheitssymptome durch den Besuch der Erlebnisräume besser verstehen, weil nachempfinden zu können.
Ziel der Aktionswoche war auch, die Versorgungssituation für Menschen mit psychischen Störungen zu verbessern, u.a. dadurch, dass das Spektrum der psychiatrischen Versorgung in Düsseldorf transparent gemacht wurden.
http://www.centertv.de/index.php/mediathek/grenzen_erleben/