Vernetzte Forschung für den Menschen

Die Organisationsstruktur des KNS orientierte sich initial an den zu bearbeitenden Forschungsthemen. Diese wurden in Projektverbünden evaluiert, die ihrerseits von dem/den entsprechenden Vorstandsmitglied(ern) koordiniert wurden.

An den einzelnen Forschungsprojekten waren zeitweise 19 Psychiatrische Universitätskliniken, 14 Landes-, Bezirks - und Fachkrankenhäuser und 6 nervenärztliche und allgemeinmedizinische Praxenverbünde beteiligt.

Nachdem die Forschungsprojekte aus der Gründungsphase nun weitestgehend abgeschlossen sind, befasst sich das KNS derzeit mit dem Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Versorgung. Zur Strukturierung dieses Prozesses wurden für die einzelnen Forschungsthemen entsprechende Transfermodule konzipiert und die Instrumente und Maßnahmen für den Transfer definiert. Die Realisierung der einzelnen Maßnahmen wird über die Netzwerkzentrale koordiniert, die in dieser Phase für die Verstetigung des KNS als Forschungsnetz ebenso wie als Transfer-Dienstleister Sorge trägt, damit nach Auslauf der Förderung durch das BMBF der Fortbestand gesichert ist.Die Arbeit des KNS wird durch einen Förderverein - PsychoseNetz e.V. - unterstützt.

Für die Weiterführung der Forschungsarbeit, sei es zu offenen Fragen aus den initialen Forschungsprojekten, sei es zu anderen - vor allem auch aus Sicht der Betroffenen - wichtigen Aspekten der Erkrankung bemüht sich die Netzwerkzentrale kontinuierlich um Forschungsgelder der DFG, des BMBF und der EU und die Bildung von neuen Konsortien unter Nutzung des bestehenden Netzwerks.

Diesbezüglich konnten bereits beachtliche Erfolge durch Einwerbung neuer Drittmittel für Projekte erzielt werden, die federführend durch Mitglieder des KNS beantragt wurden und in Mitgliedsinstitutionen des KNS durchgeführt werden. Hierzu zählen der BMBF-geförderte „Forschungsverbund Psychotherapie bei Psychosen“ (Sprecher: PD Dr. Klingberg, Tübingen) ebenso wie Folgestudien im Bereich der Früherkennung und –intervention und der Qualitätssicherung, sowie weitere Projekte, die u.a. im Rahmen des „Klinischen Studien“-Programms von DFG und BMBF gefördert werden. Diese Studien sind formal an das KNS assoziiert, wurden wesentlich durch die im Rahmen des KNS erarbeiteten Strukturen ermöglicht und bewahren bzw. stärken gar die etablierte Kooperationen innerhalb des Verbunds.

Die Komplexität psychischer Erkrankungen auf der einen Seite und die zunehmende Spezialisierung der Forschung insbesondere bezüglich komplexer biologischer Methoden auf der anderen Seite führt zu einer zunehmenden Notwendigkeit für inter- und intradisziplinäre Zusammenarbeit in größeren, nicht auf Deutschland beschränkten, Kompetenznetzen. Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung ist die vom KNS initiierte und zwischen zeitlich etablierte European Conference on Schizophrenia Research. Sie dient u.a. als Plattform für den wissenschaftlichen Austausch und die Schaffung neuer Netzwerke mit dem mittelfristigen Ziel der Gründung einer European Schizophrenia Research Alliance sowie einer Europäischen Schizophreniegesellschaft.

Darüber hinaus kommt dem Erhalt bewährter Strukturen der Netzwerkzentrale sowohl als Agens als auch als Zielobjekt eine hohe Bedeutung zu. Da im Rahmen projektbezogener Drittmittelförderung nur direkte Projektaufwendungen, nicht jedoch „infrastrukturelle“ Overheadkosten refinanziert werden, müssen für die unverzichtbaren Bestandteile der Netzwerkzentrale zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten akquiriert werden. Diesbezüglich konnte wesentliche Unterstützung durch eine Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität und dem LVR-Klinikum Düsseldorf erzielt werden, wo die KNS-Netzwerkzentrale seit 1999 angesiedelt ist. Mittelpunkt dieser Unterstützung ist eine neu geschaffene W2-Professur, deren Aufgabenspektrum sowohl die Leitung der Netzwerkzentrale als auch die weitere Stärkung der Schizophrenieforschung an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, LVR-Klinikum Düsseldorf umfasst.